Die Abteilung Historisches Fechten des SV Blau-Gelb Darmstadt startete mit einem besonderen Angebot in die Adventszeit: einem Intensiv-Workshop zum Montante, der großen Zweihandwaffe der iberischen Fechttradition. Geleitet wurde der Kurs von Chris Lee Becker, Leiter der Academia da Espada Deutschland, der sich seit vielen Jahren mit historischen Kampfkünsten und besonders mit Rapier und Montante beschäftigt.

Schon beim Aufwärmen zeigte sich, dass dieser Workshop anders wird. Die meisten Teilnehmenden kennen vor allem das Lange Schwert. Das Montante wirkt auf den ersten Blick wuchtig, lässt sich aber überraschend elegant führen. Viele erlebten dadurch eine neue Sicht auf historische Fechtkunst.
Zum Einstieg gab Chris Lee Becker einen Überblick zur Geschichte des Montante: seinen Einsatz in der Stadtverteidigung, beim Personenschutz, im Krieg sowie seine Bedeutung in Fechtschulen und Lehrbüchern der Frühen Neuzeit. Danach ging es um grundlegende Haltungen, Fußarbeit und typische Bewegungsabläufe.
Im praktischen Teil drehte sich alles um Raumkontrolle und Distanz. Anhand festgelegter Regeln und Bewegungsfolgen lernte die Gruppe, wie sich das Montante nutzen lässt, um mehrere Angreifer auf Abstand zu halten, Durchgänge zu sichern oder eine Person zu schützen. Die Mischung aus großen Schlägen, flüssigen Schritten und klaren Strukturen sorgte für viele Aha-Momente.
„Man merkt schnell, dass das Montante keine plump geschwungene Riesenwaffe ist, sondern ein präzises Instrument“, sagte ein Teilnehmender. „Die Regeln fordern sauberes Arbeiten und den Überblick über den ganzen Raum. Das ergänzt unser bisheriges Training sehr gut.“
Auch Klaus Gehrunger, Trainer und Abteilungsleiter, zog ein positives Fazit. Der Workshop zeige, wie wertvoll der Blick über die eigene Fechttradition hinaus sei. Gleichzeitig knüpfe das Montante an viele Prinzipien an, die die Gruppe aus dem Langen Schwert kennt, etwa Linie, Timing und Kontrolle der Mitte.
Für die Abteilung war der Workshop ein wichtiger Schritt beim Ausbau des Trainingsangebots. Weitere Spezialkurse sind bereits geplant. 2026 sollen Workshops und Kurse zu Rapier, Säbel und Dussak folgen.
